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Äquivalenztheorie

Strafrecht

Nach der Äquivalenztheorie ist jede Bedingung kausal für einen Erfolg, die nicht hinweggedacht werden kann, ohne dass der Erfolg in seiner konkreten Gestalt entfiele (conditio-sine-qua-non-Formel); alle Bedingungen sind damit gleichwertig (äquivalent).

Merksatz

Entscheidend ist die Unverzichtbarkeit für den konkreten Erfolg, nicht das Gewicht der einzelnen Bedingung.

Fälle zum Selbstprüfen

Entscheide zuerst selbst. Danach siehst du die Prüfung an der Definition.

AFall A

Anna mischt Ben ein tödlich wirkendes Gift ins Getränk. 1Ben trinkt und stirbt zehn Minuten später an der Vergiftung. 2Ohne das Gift hätte Ben zu diesem Zeitpunkt noch gelebt.

Trifft „Äquivalenztheorie“ hier zu?

„Äquivalenztheorie“ trifft zu.Alle 2 Merkmale sind erfüllt.

An der Definition geprüft

  1. 1
    Konkreter Erfolg
    Der untersuchte Erfolg ist Bens Tod zu diesem Zeitpunkt durch die Vergiftung.
    erfüllt
  2. 2
    Bedingung nicht ohne Wegfall dieses Erfolgs hinwegdenkbar
    Wird das Beimischen des Gifts weggedacht, entfällt Bens Tod in seiner konkreten Gestalt.
    erfüllt
BFall B

Anna gibt Ben einen Löffel Zucker in sein Getränk. 1Ben trinkt und stirbt zehn Minuten später an einem vom Getränk unabhängigen Herzinfarkt. Der Zucker verändert weder den Verlauf des Herzinfarkts noch den Zeitpunkt des Todes.

Trifft „Äquivalenztheorie“ hier zu?

„Äquivalenztheorie“ trifft nicht zu.Es fehlt: Bedingung nicht ohne Wegfall dieses Erfolgs hinwegdenkbar

An der Definition geprüft

  1. 1
    Konkreter Erfolg
    Der untersuchte Erfolg ist Bens Tod zu diesem Zeitpunkt durch den Herzinfarkt.
    erfüllt
  2. 2
    Bedingung nicht ohne Wegfall dieses Erfolgs hinwegdenkbar
    Auch ohne die Zugabe des Zuckers wäre Ben auf dieselbe Weise zum selben Zeitpunkt gestorben.
    fehlt

Typische Fehler

Voraussetzung vergessen

FehlerEs wird nur gefragt, ob der Erfolg irgendwann ohnehin eingetreten wäre.

RichtigMaßgeblich ist der tatsächlich eingetretene Erfolg mit seinem konkreten Verlauf und Zeitpunkt.

Rechtsfolge falsch

FehlerNur die wichtigste oder unmittelbarste Bedingung wird als kausal angesehen.

RichtigAlle nach der Formel ursächlichen Bedingungen werden unabhängig von ihrem Gewicht gleich behandelt.

Vom JurAkadabra-Team betreut · Stand 11.10.2026 · So entstehen unsere InhalteFehler melden
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