Definitionen
Tatsachenbehauptung
Eine Tatsachenbehauptung ist die Äußerung über einen konkreten, der Wirklichkeit angehörenden Vorgang oder Zustand, der dem Beweis zugänglich ist und dessen Wahrheitsgehalt sich durch Nachprüfung feststellen lässt, im Gegensatz zu einem Werturteil, das durch ein Element der Stellungnahme oder des Dafürhaltens geprägt ist.
Entscheidend ist, ob sich die Aussage als wahr oder unwahr beweisen lässt.
Fälle zum Selbstprüfen
Entscheide zuerst selbst. Danach siehst du die Prüfung an der Definition.
N erzählt den anderen Mietern, 1der Hausmeister H habe am vergangenen Montag 200 Euro aus der Kasse für die Gemeinschaftsräume genommen. Ob das stimmt, 2lässt sich anhand der Kassenbelege und der Aussagen von Zeugen klären.
Trifft „Tatsachenbehauptung“ hier zu?
An der Definition geprüft
- 1erfülltÄußerung über konkreten Vorgang oder ZustandDie Aussage betrifft einen bestimmten Vorgang an einem bestimmten Tag.
- 2erfülltDem Beweis zugänglichOb der Vorgang stattgefunden hat, lässt sich mit Belegen und Zeugen nachprüfen.
Eine Restaurantkritikerin schreibt 1über ihr Abendessen bei Wirt W am vergangenen Freitag, das Gulasch sei das langweiligste gewesen, das sie in diesem Jahr gegessen habe.
Trifft „Tatsachenbehauptung“ hier zu?
An der Definition geprüft
- 1erfülltÄußerung über konkreten Vorgang oder ZustandDie Äußerung bezieht sich auf ein bestimmtes, tatsächlich serviertes Gericht.
- 2fehltDem Beweis zugänglichOb ein Gericht langweilig schmeckt, ist eine persönliche Bewertung und lässt sich nicht beweisen.
Typische Fehler
FehlerEine Äußerung wird schon deshalb als Werturteil eingeordnet, weil sie mit Worten wie ich glaube oder meiner Meinung nach eingeleitet wird.
RichtigMaßgeblich ist der Gehalt der Aussage; bleibt ihr Kern dem Beweis zugänglich, liegt eine Tatsachenbehauptung vor.
In diesen Prüfungsschemata geprüft
4 Schemata