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Peremptorische Einrede

§ 214 BGB · Zivilrecht

Die peremptorische (vernichtende) Einrede ist ein dauerhaftes, nicht nur aufschiebend wirkendes Gegenrecht des Schuldners, das den Anspruch des Gläubigers endgültig und dauerhaft zu entkräften vermag, sodass der Schuldner die Leistung auf Dauer verweigern kann (z.B. Einrede der Verjährung gemäß § 214 BGB oder die Einrede des § 821 BGB).

Merksatz

Eine bloße Verschiebung der Leistung genügt nicht; die Abwehr des Anspruchs muss dauerhaft wirken.

Wie lange wirkt die Einrede?Links steht die dauerhafte, rechts die nur aufschiebende Abwehr eines Anspruchs.
Peremptorische Einrede
Dilatorische Einrede
Wirkung
Dauerhaftes Leistungsverweigerungsrecht
Nur aufschiebendes Leistungsverweigerungsrecht
Beispiel
Verjährungseinrede (§ 214 BGB)
Einrede des nicht erfüllten Vertrags (§ 320 BGB)

Fälle zum Selbstprüfen

Entscheide zuerst selbst. Danach siehst du die Prüfung an der Definition.

AFall A

2Anna hat vor fünf Jahren von Ben ein Fahrrad gekauft und gleich erhalten; der Kaufpreis sollte sofort bezahlt werden. Ben kennt Anna persönlich und weiß seit dem Kauf, dass der Preis noch offen ist. Seit dem Kauf gab es weder Verhandlungen noch gerichtliche Schritte, Teilzahlungen oder eine Bestätigung der Schuld durch Anna. 1Als Ben jetzt Zahlung verlangt, lehnt Anna dies wegen der vergangenen Zeit ab.

Trifft „Peremptorische Einrede“ hier zu?

„Peremptorische Einrede“ trifft zu.Alle 2 Merkmale sind erfüllt.

An der Definition geprüft

  1. 1
    Gegenrecht des Schuldners
    Anna hält Bens Zahlungsanspruch die Verjährung als eigenes Gegenrecht entgegen.
    erfüllt
  2. 2
    Dauerhafte Leistungsverweigerung
    Die regelmäßige Verjährungsfrist ist unter den geschilderten Umständen abgelaufen, sodass Anna die Zahlung dauerhaft ablehnen darf.
    erfüllt
BFall B

Anna kauft bei Ben ein Fahrrad; beide vereinbaren, dass Fahrrad und Kaufpreis gleichzeitig ausgetauscht werden. Ben verlangt sofort die Zahlung, ohne das Fahrrad zu übergeben oder zur Übergabe anzubieten. 1Anna erklärt, nur gegen Übergabe des Fahrrads zu zahlen.

Trifft „Peremptorische Einrede“ hier zu?

„Peremptorische Einrede“ trifft nicht zu.Es fehlt: Dauerhafte Leistungsverweigerung

An der Definition geprüft

  1. 1
    Gegenrecht des Schuldners
    Anna kann sich gegenüber Bens Zahlungsanspruch auf die Einrede des nicht erfüllten Vertrags berufen.
    erfüllt
  2. 2
    Dauerhafte Leistungsverweigerung
    Mit Übergabe des Fahrrads entfällt dieses Leistungsverweigerungsrecht, es wirkt also nur aufschiebend.
    fehlt

Typische Fehler

Rechtsfolge falsch

FehlerDie Bezeichnung als vernichtende Einrede wird so verstanden, dass der Anspruch erlischt.

RichtigDer Anspruch bleibt bestehen; die Einrede ermöglicht dem Schuldner, seine Durchsetzung dauerhaft abzuwehren.

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