Definitionen
Modifizierte Subjektstheorie
Öffentliches RechtDie modifizierte Subjektstheorie ist die im deutschen Recht herrschende Abgrenzungsformel zwischen öffentlichem Recht und Privatrecht: Eine Norm ist öffentlich-rechtlich, wenn sie ausschließlich einen Träger hoheitlicher Gewalt als solchen berechtigt oder verpflichtet (Sonderrechtstheorie), also nur einem Hoheitsträger in seiner spezifischen Eigenschaft als Hoheitsträger zugeordnet ist und nicht jedermann treffen kann.
Entscheidend ist das Sonderrecht des Hoheitsträgers, nicht seine bloße Beteiligung.
Fälle zum Selbstprüfen
Entscheide zuerst selbst. Danach siehst du die Prüfung an der Definition.
Das Finanzamt verlangt von Lea Einkommensteuer. Es stützt sich auf eine gesetzliche Regelung, die nur den Staat zur Erhebung dieser Steuer berechtigt.
Trifft „Modifizierte Subjektstheorie“ hier zu?
An der Definition geprüft
- 1erfülltBerechtigung oder VerpflichtungDie Regelung gibt dem Staat das Recht, die Steuerzahlung zu verlangen.
- 2erfülltAusschließliche Zuordnung zum Hoheitsträger als solchemDie Berechtigung zur Steuererhebung steht ausschließlich dem Staat in seiner hoheitlichen Eigenschaft zu.
Eine Gemeinde kauft bei einem Möbelhaus zehn Schreibtische für ihr Rathaus. Das Möbelhaus fordert den vereinbarten Preis. Es stützt sich auf die gesetzliche Regelung, nach der 1die Gemeinde als Käuferin bezahlen muss.
Trifft „Modifizierte Subjektstheorie“ hier zu?
An der Definition geprüft
- 1erfülltBerechtigung oder VerpflichtungDie Regelung verpflichtet die Gemeinde zur Zahlung des Kaufpreises.
- 2fehltAusschließliche Zuordnung zum Hoheitsträger als solchemDie Zahlungspflicht trifft jeden Käufer und nicht die Gemeinde gerade in ihrer hoheitlichen Eigenschaft.
Typische Fehler
FehlerSchon aus der Beteiligung einer Behörde wird auf öffentliches Recht geschlossen.
RichtigEntscheidend ist, ob die maßgebliche Norm einen Hoheitsträger gerade in seiner hoheitlichen Eigenschaft berechtigt oder verpflichtet.
In diesen Prüfungsschemata geprüft
3 Schemata