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Widerstand leisten

§ 113 StGB · Strafrecht

Widerstand leisten bedeutet ein aktives Entgegenwirken gegen eine Vollstreckungshandlung, um diese zu verhindern oder zu erschweren. Dies kann durch körperliche Gewalt (z.B. Schlagen, Festklammern) oder deren Androhung geschehen; nicht erfasst sind bloß passives Verhalten und eine lediglich verbale Ablehnung ohne Gewaltandrohung.

Merksatz

Körperliche Gegenwehr ist nicht zwingend erforderlich, denn auch die Androhung von Gewalt kann genügen.

Widerstand oder tätlicher Angriff?Links zählt das Vorgehen gegen eine Vollstreckung, rechts die unmittelbare Ausrichtung eines Angriffs auf den Körper.
Widerstand leisten
Tätlicher Angriff (§ 114 StGB)
Handlungsform
Körperliche Gewalt oder deren Androhung.
Feindselige, unmittelbar auf den Körper zielende Einwirkung.
Zielrichtung
Verhinderung oder Erschwerung der Vollstreckung.
Keine Ausrichtung auf eine Behinderung der Diensthandlung erforderlich.
Dienstlicher Bezug
Vollstreckungshandlung.
Diensthandlung, auch ohne Vollstreckungscharakter.

Fälle zum Selbstprüfen

Entscheide zuerst selbst. Danach siehst du die Prüfung an der Definition.

AFall A

2Eine Polizistin führt Paul aufgrund eines richterlichen Haftbefehls zum Streifenwagen. 4Um nicht mitgenommen zu werden, 1sagt Paul zu ihr: 3„Wenn Sie mich weiter zum Wagen führen, schlage ich Ihnen sofort ins Gesicht.“ Er steht direkt vor ihr und meint die Ankündigung ernst.

Trifft „Widerstand leisten“ hier zu?

„Widerstand leisten“ trifft zu.Alle 4 Merkmale sind erfüllt.

An der Definition geprüft

  1. 1
    Aktives Entgegenwirken
    Paul wirkt durch eine gezielte Äußerung aktiv auf die Polizistin ein.
    erfüllt
  2. 2
    Gegen eine Vollstreckungshandlung
    Die Polizistin setzt den richterlichen Haftbefehl gegenüber Paul durch.
    erfüllt
  3. 3
    Körperliche Gewalt oder deren Androhung
    Paul kündigt einen körperlichen Angriff für den Fall an, dass die Polizistin die Vollstreckung fortsetzt.
    erfüllt
  4. 4
    Verhinderung oder Erschwerung bezweckt
    Die Ankündigung soll verhindern, dass die Polizistin Paul zum Wagen bringt.
    erfüllt
BFall B

2Eine Polizistin führt Paul aufgrund eines richterlichen Haftbefehls zum Streifenwagen. 4Um nicht mitgenommen zu werden, 1fordert Paul sie wiederholt laut auf, ihn sofort gehen zu lassen. Er geht dabei ohne körperliche Gegenwehr mit und kündigt keine körperlichen Angriffe an.

Trifft „Widerstand leisten“ hier zu?

„Widerstand leisten“ trifft nicht zu.Es fehlt: Körperliche Gewalt oder deren Androhung

An der Definition geprüft

  1. 1
    Aktives Entgegenwirken
    Paul versucht durch wiederholte Aufforderungen aktiv auf die Polizistin einzuwirken.
    erfüllt
  2. 2
    Gegen eine Vollstreckungshandlung
    Die Polizistin setzt den richterlichen Haftbefehl gegenüber Paul durch.
    erfüllt
  3. 3
    Körperliche Gewalt oder deren Androhung
    Paul setzt weder körperliche Gewalt ein noch droht er damit.
    fehlt
  4. 4
    Verhinderung oder Erschwerung bezweckt
    Paul möchte durch seine Aufforderungen erreichen, dass die Polizistin ihn gehen lässt.
    erfüllt

Typische Fehler

Voraussetzung vergessen

FehlerBloßes passives Nichtmitwirken wird bereits als Widerstand eingeordnet.

RichtigBloß passives Verhalten allein genügt nicht.

In diesen Prüfungsschemata geprüft

1 Schema

Vom JurAkadabra-Team betreut · Stand 19.10.2026 · So entstehen unsere InhalteFehler melden
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