Definitionen
Täuschung
§ 263 StGB · StrafrechtTäuschung ist jede auf Irrtumserregung oder Irrtumsunterhaltung abzielende intellektuelle Einwirkung auf das Vorstellungsbild eines anderen durch Vorspiegelung falscher oder Entstellung bzw. Unterdrückung wahrer Tatsachen, wobei Tatsachen alle gegenwärtigen oder vergangenen Umstände sind, die dem Beweis zugänglich sind.
Eine Täuschung kann auch dann vorliegen, wenn die angesprochene Person die Unwahrheit durchschaut.
- 1TäuschungIrreführendes Verhalten bezieht sich auf beweisbare gegenwärtige oder vergangene Umstände.
- 2IrrtumDie getäuschte Person hat eine falsche Vorstellung über Tatsachen.
- 3VermögensverfügungDie irrende Person verringert durch ihr Verhalten unmittelbar eigenes oder fremdes Vermögen.
- 4VermögensschadenDie Verfügung bewirkt ein wirtschaftliches Minus, das nicht durch einen gleichwertigen Zufluss ausgeglichen wird.
- 1Täuschung Irreführendes Verhalten bezieht sich auf beweisbare gegenwärtige oder vergangene Umstände.
- 2Irrtum Die getäuschte Person hat eine falsche Vorstellung über Tatsachen.
- 3Vermögensverfügung Die irrende Person verringert durch ihr Verhalten unmittelbar eigenes oder fremdes Vermögen.
- 4Vermögensschaden Die Verfügung bewirkt ein wirtschaftliches Minus, das nicht durch einen gleichwertigen Zufluss ausgeglichen wird.
Fälle zum Selbstprüfen
Entscheide zuerst selbst. Danach siehst du die Prüfung an der Definition.
Leon bietet Mia eine Uhr zum Kauf an und sagt ihr: „Diese Uhr wurde 1950 hergestellt.“ Leon weiß, dass sie tatsächlich 1980 hergestellt wurde. Mit der Angabe will er Mia glauben machen, die Uhr stamme aus dem Jahr 1950.
Trifft „Täuschung“ hier zu?
An der Definition geprüft
- 1erfülltAuf einen Irrtum gerichtete intellektuelle EinwirkungLeon will durch seine Aussage eine falsche Vorstellung bei Mia hervorrufen.
- 2erfülltFalsche Darstellung oder Verdeckung von TatsachenDas von Leon angegebene Herstellungsjahr stimmt nicht mit dem tatsächlichen überein.
- 3erfülltBeweisbarer gegenwärtiger oder vergangener UmstandDas Herstellungsjahr ist ein vergangener Umstand, der durch Beweismittel festgestellt werden kann.
Leon bietet Mia eine Uhr zum Kauf an und sagt ihr: „Diese Uhr wurde 1950 hergestellt.“ 1Leon ist fest davon überzeugt, dass die Uhr 1980 hergestellt wurde, und will Mia mit seiner Angabe glauben machen, sie stamme aus dem Jahr 1950. 3Tatsächlich wurde die Uhr 1950 hergestellt; weitere Angaben macht Leon nicht.
Trifft „Täuschung“ hier zu?
An der Definition geprüft
- 1erfülltAuf einen Irrtum gerichtete intellektuelle EinwirkungLeon will nach seiner Vorstellung durch die Aussage einen Irrtum bei Mia hervorrufen.
- 2fehltFalsche Darstellung oder Verdeckung von TatsachenSeine Angabe zum Herstellungsjahr ist objektiv wahr; seine gegenteilige Überzeugung macht sie nicht falsch.
- 3erfülltBeweisbarer gegenwärtiger oder vergangener UmstandDie Aussage betrifft das beweisbare Herstellungsjahr und damit einen vergangenen Umstand.
Typische Fehler
FehlerEin reines Werturteil ohne überprüfbaren Tatsachenkern als Tatsachenbehauptung behandeln.
RichtigEin bloßes Werturteil genügt nicht; erforderlich ist ein beweisbarer gegenwärtiger oder vergangener Umstand.
FehlerNur das Hervorrufen eines neuen Irrtums als Täuschung erfassen.
RichtigAuch irreführende Angaben, die einen bereits bestehenden Irrtum bestärken sollen, können eine Täuschung sein.
In diesen Prüfungsschemata geprüft
1 Schema