Definitionen
Psychische Beihilfe
§ 27 StGB · StrafrechtPsychische Beihilfe liegt vor, wenn der Gehilfe die vorsätzlich begangene rechtswidrige Tat eines anderen durch psychische Einwirkung, etwa durch Bestärken des Tatentschlusses, Rat, Ermutigung oder Zusage von Unterstützung, tatsächlich fördert oder erleichtert. Dabei muss sein Vorsatz sowohl die Haupttat als auch die eigene Hilfeleistung umfassen.
Psychische Unterstützung muss die Haupttat tatsächlich fördern oder erleichtern.
Fälle zum Selbstprüfen
Entscheide zuerst selbst. Danach siehst du die Prüfung an der Definition.
Ben ist fest entschlossen, in einem Elektronikladen fremde Kopfhörer zu stehlen, zögert aber aus Angst vor Entdeckung. 3Anna kennt den Plan und will Ben durch Zuspruch bei der Durchführung helfen. 2Ihr Zuspruch nimmt Ben die Angst und bestärkt ihn in seinem Entschluss. 1Ben steckt die Kopfhörer heimlich ein und verlässt den Laden, um sie zu behalten, ohne zu bezahlen.
Trifft „Psychische Beihilfe“ hier zu?
An der Definition geprüft
- 1erfülltVorsätzlich begangene rechtswidrige HaupttatBen begeht durch die bewusste Wegnahme der fremden Kopfhörer einen rechtswidrigen Diebstahl.
- 2erfülltTatsächliche psychische Förderung oder ErleichterungAnnas Zuspruch erleichtert die Tatausführung, indem er Bens Hemmungen vermindert.
- 3erfülltVorsatz hinsichtlich Haupttat und HilfeleistungAnna kennt die geplante Tat und will sie durch ihre Ermutigung unterstützen.
Ben ist fest entschlossen, in einem Elektronikladen fremde Kopfhörer zu stehlen, zögert aber aus Angst vor Entdeckung. 3Anna kennt den Plan und will Ben durch Zuspruch bei der Durchführung helfen. Sie schickt ihm eine ermutigende Nachricht, die ihn wegen eines technischen Fehlers nie erreicht. 1Ben steckt die Kopfhörer heimlich ein und verlässt den Laden, um sie zu behalten, ohne zu bezahlen.
Trifft „Psychische Beihilfe“ hier zu?
An der Definition geprüft
- 1erfülltVorsätzlich begangene rechtswidrige HaupttatBen begeht durch die bewusste Wegnahme der fremden Kopfhörer einen rechtswidrigen Diebstahl.
- 2fehltTatsächliche psychische Förderung oder ErleichterungDie nicht angekommene Nachricht kann Ben weder bestärken noch seine Tatausführung erleichtern.
- 3erfülltVorsatz hinsichtlich Haupttat und HilfeleistungAnna will die ihr bekannte Tat unterstützen, auch wenn ihre Nachricht wirkungslos bleibt.
Typische Fehler
FehlerDie bloße Kenntnis und innere Billigung einer fremden Tat werden bereits als psychische Beihilfe behandelt.
RichtigErforderlich ist eine psychische Einwirkung, die die Haupttat tatsächlich unterstützt.
FehlerGeprüft wird nur, ob der Gehilfe seine eigene Handlung bewusst vorgenommen hat.
RichtigSein Vorsatz muss sich sowohl auf die Haupttat als auch auf die unterstützende Wirkung seines Beitrags beziehen.
In diesen Prüfungsschemata geprüft
1 Schema