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Glaubensfreiheit

Art. 4 Abs. 1 GG · Öffentliches Recht

Die Glaubensfreiheit schützt als Teil der Religionsfreiheit das Recht des Einzelnen, einen Glauben oder eine Weltanschauung zu bilden, zu haben, zu wechseln oder aufzugeben (forum internum), und umfasst damit die innere Überzeugung in religiösen und weltanschaulichen Fragen als absolut geschützten Kernbereich, der staatlichen Eingriffen schlechthin entzogen ist.

Merksatz

Eine religiöse Überzeugung braucht kein äußeres Bekenntnis, um geschützt zu sein.

Innere Überzeugung oder äußeres Bekenntnis?Links steht das innere Überzeugtsein, rechts seine Kundgabe. Beide Bereiche schützt Art. 4 Abs. 1 GG.
Glaubensfreiheit
Bekenntnisfreiheit
Schutzbereich
Inneres Überzeugtsein in religiösen oder weltanschaulichen Fragen.
Äußerer Ausdruck einer religiösen oder weltanschaulichen Überzeugung.
Typischer Fall
Innerlich zu einem anderen Glauben wechseln.
Den eigenen Glauben öffentlich bekennen.

Fälle zum Selbstprüfen

Entscheide zuerst selbst. Danach siehst du die Prüfung an der Definition.

AFall A

2Mara kommt beim stillen Nachdenken zu der Überzeugung, 1dass ein Gott die Welt erschaffen hat. Sie erzählt niemandem davon.

Trifft „Glaubensfreiheit“ hier zu?

„Glaubensfreiheit“ trifft zu.Alle 2 Merkmale sind erfüllt.

An der Definition geprüft

  1. 1
    Religiöser oder weltanschaulicher Inhalt
    Die Vorstellung von einem göttlichen Schöpfer hat einen religiösen Inhalt.
    erfüllt
  2. 2
    Inneres Bilden, Haben, Wechseln oder Aufgeben
    Mara bildet eine innere Überzeugung, ohne sie äußern zu müssen.
    erfüllt
BFall B

2Mara kommt beim stillen Nachdenken zu der Überzeugung, dass in ihrer Straße ein weiterer Parkplatz gebraucht wird. Ihr Gedanke betrifft nur die Zahl der Parkplätze in dieser Straße.

Trifft „Glaubensfreiheit“ hier zu?

„Glaubensfreiheit“ trifft nicht zu.Es fehlt: Religiöser oder weltanschaulicher Inhalt

An der Definition geprüft

  1. 1
    Religiöser oder weltanschaulicher Inhalt
    Die einzelne Ansicht zur Parksituation enthält keine religiöse oder weltanschauliche Überzeugung.
    fehlt
  2. 2
    Inneres Bilden, Haben, Wechseln oder Aufgeben
    Mara bildet auch hier eine innere Überzeugung.
    erfüllt

Typische Fehler

Rechtsfolge falsch

FehlerEingriffe in den rein inneren Überzeugungskern werden durch eine Abwägung mit öffentlichen Interessen gerechtfertigt.

RichtigDer rein innere Überzeugungskern ist absolut geschützt und einer solchen Abwägung entzogen.

In diesen Prüfungsschemata geprüft

1 Schema

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