Definitionen
Automatismus
Ein Automatismus liegt vor, wenn eine durch Übung eingeschliffene Verhaltensweise ohne aktuelle bewusste Willenssteuerung abläuft, aber vom Willen beherrschbar bleibt. Anders als bei einem unbeherrschbaren Reflex liegt deshalb eine Handlung im strafrechtlichen Sinne vor.
Willensbeherrschbare Abläufe verlieren ihre Handlungsqualität nicht allein deshalb, weil sie ohne bewusste Steuerung erfolgen.
Fälle zum Selbstprüfen
Entscheide zuerst selbst. Danach siehst du die Prüfung an der Definition.
1Lea hat die Bewegungen des Gangwechsels beim Autofahren über Jahre eingeübt. Während einer Fahrt schaltet sie in den nächsten Gang, 2ohne die Bewegung bewusst zu steuern. 3Sie könnte die Bewegung jederzeit bewusst anhalten.
Trifft „Automatismus“ hier zu?
An der Definition geprüft
- 1erfülltDurch Übung eingeschliffene VerhaltensweiseDer Bewegungsablauf beruht auf langjähriger Übung.
- 2erfülltKeine aktuelle bewusste WillenssteuerungLea steuert den konkreten Gangwechsel nicht bewusst.
- 3erfülltWillensbeherrschbarkeitLea kann den Bewegungsablauf durch ihren Willen kontrollieren.
1Lea hat die Bewegungen des Gangwechsels beim Autofahren über Jahre eingeübt. Während einer Fahrt erklärt sie einem Mitfahrer den Gangwechsel und steuert dabei jede Bewegung bewusst. 3Sie könnte die Bewegung jederzeit bewusst anhalten.
Trifft „Automatismus“ hier zu?
An der Definition geprüft
- 1erfülltDurch Übung eingeschliffene VerhaltensweiseDer Bewegungsablauf beruht auch hier auf langjähriger Übung.
- 2fehltKeine aktuelle bewusste WillenssteuerungLea steuert jede einzelne Bewegung des konkreten Gangwechsels bewusst.
- 3erfülltWillensbeherrschbarkeitDer Bewegungsablauf unterliegt Leas willentlicher Kontrolle.
Typische Fehler
FehlerUnbeherrschbare Reflexe werden als Automatismen eingeordnet.
RichtigAutomatismen sind eingeübte und willensbeherrschbare Verhaltensweisen; unbeherrschbare Reflexe haben dagegen keine strafrechtliche Handlungsqualität.
In diesen Prüfungsschemata geprüft
1 Schema