Definitionen
Außenpluralismus
Art. 5 Abs. 1 S. 2 GG · Öffentliches RechtAußenpluralismus bezeichnet ein Modell zur Sicherung der Meinungsvielfalt im Rundfunk, bei dem die Vielfaltsanforderungen nicht innerhalb eines einzelnen Veranstalters (Binnenpluralismus), sondern durch das Nebeneinander mehrerer voneinander unabhängiger Anbieter im Gesamtangebot des Rundfunksystems gewährleistet werden; es ist das dem privaten Rundfunk zugrunde liegende Organisationsprinzip, das durch gesetzliche Zulassungsregeln und die Aufsicht staatsferner Landesmedienanstalten abgesichert wird.
Einseitige Einzelangebote können sich im Gesamtangebot unabhängiger Anbieter zu Meinungsvielfalt ergänzen.
Fälle zum Selbstprüfen
Entscheide zuerst selbst. Danach siehst du die Prüfung an der Definition.
Ein Entwurf für die Organisation privater Radiosender sieht mehrere wirtschaftlich und redaktionell voneinander unabhängige Unternehmen vor. Die Sender sollen unterschiedliche politische und gesellschaftliche Positionen vertreten; die Bandbreite dieser Positionen muss ihr gemeinsames Angebot abdecken, nicht jedes einzelne Programm. Eine vom Staat unabhängige Landesmedienanstalt soll nach gesetzlich festgelegten Regeln Sendegenehmigungen erteilen und die Einhaltung dieser Regeln überwachen.
Trifft „Außenpluralismus“ hier zu?
An der Definition geprüft
- 1erfülltSicherung der Meinungsvielfalt im RundfunkDas Modell soll unterschiedliche Meinungen im Radio zur Geltung bringen.
- 2erfülltVielfalt durch unabhängige Anbieter im GesamtangebotDie unabhängigen Anbieter sollen die erforderliche Vielfalt gemeinsam herstellen.
- 3erfülltPrivater Rundfunk als AnwendungsbereichDas Modell betrifft private Rundfunkveranstalter.
- 4erfülltAbsicherung durch Zulassungsregeln und staatsferne AufsichtGesetzliche Zulassungsregeln und die laufende Kontrolle durch eine staatsferne Anstalt sichern das Modell ab.
3Ein Entwurf für die Organisation privater Radiosender sieht mehrere wirtschaftlich und redaktionell voneinander unabhängige Unternehmen vor. 1Jeder Sender muss in seinem eigenen Programm unterschiedliche politische und gesellschaftliche Positionen abbilden, ohne dass Beiträge anderer Sender dafür berücksichtigt werden. 4Eine vom Staat unabhängige Landesmedienanstalt soll nach gesetzlich festgelegten Regeln Sendegenehmigungen erteilen und die Einhaltung dieser Regeln überwachen.
Trifft „Außenpluralismus“ hier zu?
An der Definition geprüft
- 1erfülltSicherung der Meinungsvielfalt im RundfunkAuch dieses Modell verfolgt das Ziel, unterschiedliche Meinungen im Radio abzubilden.
- 2fehltVielfalt durch unabhängige Anbieter im GesamtangebotDie Vielfalt muss innerhalb jedes Senders entstehen; das gemeinsame Angebot ist dafür nicht maßgeblich.
- 3erfülltPrivater Rundfunk als AnwendungsbereichDas Modell betrifft private Rundfunkveranstalter.
- 4erfülltAbsicherung durch Zulassungsregeln und staatsferne AufsichtGesetzliche Zulassungsregeln und die laufende Kontrolle durch eine staatsferne Anstalt sichern das Modell ab.
Typische Fehler
FehlerDie bloße Existenz mehrerer Anbieter wird ohne gesetzliche Absicherung als ausreichend angesehen.
RichtigZum außenpluralistischen Modell gehören gesetzliche Zulassungsregeln und eine staatsferne Aufsicht; der Markt allein sichert die Vielfalt nicht.
In diesen Prüfungsschemata geprüft
1 Schema