Definitionen
Absorptionsprinzip
§ 52 Abs. 2 StGB · StrafrechtDas Absorptionsprinzip besagt, dass bei Tateinheit (Idealkonkurrenz) grundsätzlich die schwerste anwendbare Strafdrohung die leichteren 'absorbiert', sodass die Strafe dem Gesetz mit dem schwersten Strafrahmen entnommen wird. Die Strafe muss aber die Strafuntergrenzen der anderen anwendbaren Gesetze wahren (Sperrwirkung); die Verletzung dieser Gesetze kann innerhalb des maßgeblichen Strafrahmens strafschärfend berücksichtigt werden.
Der schwerste Strafrahmen bestimmt die Strafe, ohne die Untergrenzen der anderen Gesetze zu verdrängen.
Fälle zum Selbstprüfen
Entscheide zuerst selbst. Danach siehst du die Prüfung an der Definition.
Anna schneidet Ben mit einem Messer absichtlich in den Unterarm und zerschneidet dabei wie geplant auch den Ärmel seines Hemdes. Ben beantragt bei der Polizei schriftlich und rechtzeitig Annas Bestrafung. Im vorliegenden Fall reicht der Strafrahmen für die Messerverletzung von sechs Monaten bis zu zehn Jahren Haft, für die Beschädigung des Hemdes von einer Geldstrafe bis zu zwei Jahren Haft. Das Gericht entnimmt dem Strafrahmen für die Messerverletzung eine Freiheitsstrafe von einem Jahr.
Trifft „Absorptionsprinzip“ hier zu?
An der Definition geprüft
- 1erfülltTateinheitDieselbe Handlung verwirklicht eine gefährliche Körperverletzung und eine Sachbeschädigung.
- 2erfülltStrafbestimmung aus dem schwersten StrafrahmenDas Gericht verwendet den Strafrahmen mit der höheren Höchststrafe von zehn Jahren.
- 3erfülltWahrung der Strafuntergrenzen anderer GesetzeDie einjährige Freiheitsstrafe unterschreitet die Strafuntergrenze für die Sachbeschädigung nicht.
1Anna schneidet Ben mit einem Messer absichtlich in den Unterarm und zerschneidet dabei wie geplant auch den Ärmel seines Hemdes. Ben beantragt bei der Polizei schriftlich und rechtzeitig Annas Bestrafung. Im vorliegenden Fall reicht der Strafrahmen für die Messerverletzung von sechs Monaten bis zu zehn Jahren Haft, für die Beschädigung des Hemdes von einer Geldstrafe bis zu zwei Jahren Haft. 3Das Gericht entnimmt ausschließlich dem Strafrahmen für die Beschädigung des Hemdes eine Freiheitsstrafe von einem Jahr.
Trifft „Absorptionsprinzip“ hier zu?
An der Definition geprüft
- 1erfülltTateinheitDieselbe Handlung verwirklicht eine gefährliche Körperverletzung und eine Sachbeschädigung.
- 2fehltStrafbestimmung aus dem schwersten StrafrahmenDas Gericht verwendet den milderen Strafrahmen der Sachbeschädigung statt des schwersten Strafrahmens.
- 3erfülltWahrung der Strafuntergrenzen anderer GesetzeEin Jahr Freiheitsstrafe wahrt auch die Untergrenze von sechs Monaten für die gefährliche Körperverletzung.
Typische Fehler
FehlerFür jedes tateinheitlich verwirklichte Delikt wird eine Einzelstrafe gebildet und daraus eine Gesamtstrafe festgesetzt.
RichtigBei Tateinheit wird grundsätzlich eine einheitliche Strafe aus dem schwersten anwendbaren Strafrahmen bestimmt, keine Gesamtstrafe aus Einzelstrafen.
FehlerDie milderen Strafgesetze werden vollständig verdrängt und können nur noch strafschärfend berücksichtigt werden.
RichtigAuch die Strafuntergrenzen der übrigen anwendbaren Gesetze müssen eingehalten werden.
In diesen Prüfungsschemata geprüft
2 Schemata