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Unvereinbarkeit mit der Art des Mangels

§ 477 Abs. 1 BGB · Zivilrecht

Zeigt sich beim Verbrauchsgüterkauf innerhalb der gesetzlichen Vermutungsfrist ein mangelhafter Zustand, greift die Vermutung eines Mangels bei Gefahrübergang ausnahmsweise nicht, wenn sie mit der Art dieses Zustands unvereinbar ist. Bei äußerlichen Beschädigungen ist dies regelmäßig der Fall, wenn sie auch einem fachlich nicht versierten Käufer bei der Übergabe hätten auffallen müssen und die Ware ohne Beanstandung entgegengenommen wurde. Dass der Mangel auch erst nach Gefahrübergang entstanden sein könnte, genügt hierfür nicht.

Merksatz

Dass ein Mangel erst später entstanden sein könnte, schließt die Vermutung noch nicht aus.

Fälle zum Selbstprüfen

Entscheide zuerst selbst. Danach siehst du die Prüfung an der Definition.

AFall A

Ein Möbelhaus verkauft Lea für ihre Wohnung einen neuen Holztisch und übergibt ihn ihr. Lea nimmt den Tisch ohne Beanstandung mit. Drei Wochen später beanstandet sie eine zehn Zentimeter lange, tiefe Kerbe mitten auf der Tischplatte. Die Kerbe ist von oben ohne Hilfsmittel sofort erkennbar.

Trifft „Unvereinbarkeit mit der Art des Mangels“ hier zu?

„Unvereinbarkeit mit der Art des Mangels“ trifft zu.Alle 3 Merkmale sind erfüllt.

An der Definition geprüft

  1. 1
    Verbrauchsgüterkauf
    Lea kauft als Verbraucherin eine Ware von einem Unternehmer.
    erfüllt
  2. 2
    Mangelhafter Zustand innerhalb der Vermutungsfrist
    Die Beschädigung zeigt sich innerhalb eines Jahres nach der Übergabe.
    erfüllt
  3. 3
    Unvereinbarkeit der Vermutung mit der Art des Zustands
    Eine solche Beschädigung hätte bei der Übergabe auch ohne Fachkenntnisse auffallen müssen; Lea nahm den Tisch jedoch ohne Beanstandung entgegen.
    erfüllt
BFall B

1Ein Möbelhaus verkauft Lea für ihre Wohnung einen neuen Holztisch und übergibt ihn ihr. Lea nimmt den Tisch ohne Beanstandung mit. 2Drei Wochen später entdeckt sie einen Riss an der Unterseite der Tischplatte, der deren Tragfähigkeit erheblich mindert. Der Riss ist unter einer fest montierten Blende verborgen.

Trifft „Unvereinbarkeit mit der Art des Mangels“ hier zu?

„Unvereinbarkeit mit der Art des Mangels“ trifft nicht zu.Es fehlt: Unvereinbarkeit der Vermutung mit der Art des Zustands

An der Definition geprüft

  1. 1
    Verbrauchsgüterkauf
    Lea kauft als Verbraucherin eine Ware von einem Unternehmer.
    erfüllt
  2. 2
    Mangelhafter Zustand innerhalb der Vermutungsfrist
    Die erhebliche Beeinträchtigung des Tisches zeigt sich innerhalb eines Jahres nach der Übergabe.
    erfüllt
  3. 3
    Unvereinbarkeit der Vermutung mit der Art des Zustands
    Der verborgene Riss musste bei der Übergabe nicht auffallen; seine Art steht der Vermutung eines damals vorhandenen Mangels nicht entgegen.
    fehlt

Typische Fehler

Voraussetzung vergessen

FehlerBei jeder äußerlichen Beschädigung wird die Vermutung ausgeschlossen.

RichtigDie Beschädigung hätte auch einem Käufer ohne Fachkenntnisse bei der Übergabe auffallen müssen; außerdem muss die Ware ohne Beanstandung entgegengenommen worden sein.

In diesen Prüfungsschemata geprüft

1 Schema

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