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Reflexbewegung

Strafrecht

Eine Reflexbewegung ist eine unwillkürliche, nicht vom Willen steuerbare körperliche Reaktion auf einen äußeren Reiz, die mangels Steuerbarkeit durch den menschlichen Willen kein Verhalten im strafrechtlichen Sinne darstellt und daher bereits die Handlungsqualität ausschließt.

Merksatz

Ohne willentliche Steuerbarkeit fehlt der körperlichen Reaktion die strafrechtliche Handlungsqualität.

Was unterscheidet Reflex und Routine?Entscheidend ist, ob die Bewegung vom Willen gesteuert werden kann.
Reflexbewegung
Automatisierte Handlung
Willentliche Steuerung
Nicht möglich.
Grundsätzlich möglich.
Handlungsqualität
Ausgeschlossen.
Grundsätzlich gegeben.

Fälle zum Selbstprüfen

Entscheide zuerst selbst. Danach siehst du die Prüfung an der Definition.

AFall A

Bei einer Untersuchung 2klopft eine Ärztin mit einem kleinen Hammer auf die Sehne unterhalb von Pauls Kniescheibe. 1Sein Unterschenkel schnellt daraufhin nach vorn, 3ohne dass Paul die Bewegung willentlich auslösen oder unterdrücken kann.

Trifft „Reflexbewegung“ hier zu?

„Reflexbewegung“ trifft zu.Alle 3 Merkmale sind erfüllt.

An der Definition geprüft

  1. 1
    Körperliche Reaktion
    Das Vorschnellen des Unterschenkels ist eine körperliche Reaktion.
    erfüllt
  2. 2
    Äußerer Reiz als Auslöser
    Der Schlag auf die Sehne löst die Bewegung aus.
    erfüllt
  3. 3
    Fehlende willentliche Steuerbarkeit
    Die Bewegung entzieht sich Pauls willentlicher Steuerung.
    erfüllt
BFall B

Bei einer Untersuchung leuchtet vor Paul eine Lampe auf. 2Als Antwort auf dieses Lichtzeichen 1hebt er bewusst seinen rechten Arm und kann die Bewegung jederzeit willentlich anhalten.

Trifft „Reflexbewegung“ hier zu?

„Reflexbewegung“ trifft nicht zu.Es fehlt: Fehlende willentliche Steuerbarkeit

An der Definition geprüft

  1. 1
    Körperliche Reaktion
    Das Heben des Arms ist eine körperliche Reaktion.
    erfüllt
  2. 2
    Äußerer Reiz als Auslöser
    Das Aufleuchten der Lampe ist der äußere Anlass der Bewegung.
    erfüllt
  3. 3
    Fehlende willentliche Steuerbarkeit
    Paul führt die Bewegung bewusst aus und kann sie willentlich anhalten.
    fehlt

Typische Fehler

Verwechslung

FehlerEine eingeübte Bewegung wird allein deshalb als Reflexbewegung eingeordnet, weil sie ohne bewusstes Nachdenken erfolgt.

RichtigBloße Routine genügt nicht; die Bewegung muss der willentlichen Steuerung entzogen sein.

Prüfungsort

FehlerEine Reflexbewegung wird erst bei der Schuld berücksichtigt.

RichtigEine Reflexbewegung schließt bereits die strafrechtliche Handlungsqualität aus.

In diesen Prüfungsschemata geprüft

1 Schema

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