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Rechtswidrigkeit der Maßnahme

Öffentliches Recht

Eine hoheitliche Maßnahme ist rechtswidrig, wenn sie gegen formelles oder materielles Recht verstößt, d.h. wenn die handelnde Behörde ohne Ermächtigungsgrundlage gehandelt hat, obwohl eine solche erforderlich ist, oder die Voraussetzungen der einschlägigen Ermächtigungsgrundlage nicht vorlagen, die Maßnahme nicht dem Grundsatz der Verhältnismäßigkeit entsprach oder sonstige rechtliche Anforderungen (z.B. Zuständigkeit, Verfahren, Form) nicht eingehalten wurden.

Merksatz

Für die Rechtswidrigkeit genügt ein Verstoß gegen formelles oder materielles Recht.

Wie wird die Rechtmäßigkeit geprüft?Zuerst wird die erforderliche Ermächtigungsgrundlage geprüft, danach folgen formelle und materielle Anforderungen.
  1. 1
    Ermächtigungsgrundlage
    Prüfen, ob eine Ermächtigungsgrundlage erforderlich ist und vorliegt.
  2. 2
    Formelle Rechtmäßigkeit
    Zuständigkeit, Verfahren und Form prüfen.
  3. 3
    Materielle Rechtmäßigkeit
    Insbesondere die Voraussetzungen der Ermächtigungsgrundlage und die Verhältnismäßigkeit prüfen.
  1. 1
    Ermächtigungsgrundlage Prüfen, ob eine Ermächtigungsgrundlage erforderlich ist und vorliegt.
  2. 2
    Formelle Rechtmäßigkeit Zuständigkeit, Verfahren und Form prüfen.
  3. 3
    Materielle Rechtmäßigkeit Insbesondere die Voraussetzungen der Ermächtigungsgrundlage und die Verhältnismäßigkeit prüfen.

Fälle zum Selbstprüfen

Entscheide zuerst selbst. Danach siehst du die Prüfung an der Definition.

AFall A

1Die staatliche Prüfungsbehörde schickt Lea einen schriftlichen Bescheid über ihr Prüfungsergebnis. 2Nach der Prüfungsordnung ist die Prüfung ab 50 von 100 Punkten bestanden; andere Bestehensbedingungen gibt es nicht. Lea hat 70 Punkte erreicht, im Bescheid steht jedoch „nicht bestanden“.

Trifft „Rechtswidrigkeit der Maßnahme“ hier zu?

„Rechtswidrigkeit der Maßnahme“ trifft zu.Alle 2 Merkmale sind erfüllt.

An der Definition geprüft

  1. 1
    Hoheitliche Maßnahme
    Die staatliche Behörde entscheidet verbindlich über Leas Prüfungsergebnis.
    erfüllt
  2. 2
    Verstoß gegen formelles oder materielles Recht
    Die Entscheidung widerspricht der Bestehensregel der Prüfungsordnung.
    erfüllt
BFall B

1Die staatliche Prüfungsbehörde schickt Lea einen schriftlichen Bescheid über ihr Prüfungsergebnis. Nach der Prüfungsordnung ist die Prüfung ab 50 von 100 Punkten bestanden; andere Bestehensbedingungen gibt es nicht. Lea hat 70 Punkte erreicht, im Bescheid steht „bestanden“.

Trifft „Rechtswidrigkeit der Maßnahme“ hier zu?

„Rechtswidrigkeit der Maßnahme“ trifft nicht zu.Es fehlt: Verstoß gegen formelles oder materielles Recht

An der Definition geprüft

  1. 1
    Hoheitliche Maßnahme
    Die staatliche Behörde entscheidet verbindlich über Leas Prüfungsergebnis.
    erfüllt
  2. 2
    Verstoß gegen formelles oder materielles Recht
    Die Entscheidung entspricht der Bestehensregel; weitere Rechtsverstöße sind nicht ersichtlich.
    fehlt

Typische Fehler

Voraussetzung vergessen

FehlerEs werden nur die inhaltlichen Voraussetzungen der Ermächtigungsgrundlage geprüft.

RichtigAuch rechtliche Anforderungen an Zuständigkeit, Verfahren und Form müssen geprüft werden.

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