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Objektiver Sorgfaltsmaßstab (Zivilrecht)

§ 276 Abs. 2 BGB · Zivilrecht

Der objektive Sorgfaltsmaßstab richtet sich nach der im Verkehr erforderlichen Sorgfalt, d.h. nach dem Verhalten, das von einem durchschnittlich sorgfältigen und verständigen Angehörigen des jeweiligen Verkehrskreises in der konkreten Situation erwartet werden kann; er ist Maßstab für das Verschulden in Form der Fahrlässigkeit.

Merksatz

Berufliche Unerfahrenheit allein senkt die Anforderungen an die gebotene Sorgfalt nicht.

Fälle zum Selbstprüfen

Entscheide zuerst selbst. Danach siehst du die Prüfung an der Definition.

AFall A

Die 30-jährige selbstständige Möbelmonteurin Lea beschädigt beim Aufbau eines Schranks den Parkettboden ihres Kunden. Eine Gutachterin soll klären, 3ob Lea den Schaden durch mangelnde Vorsicht verursacht hat. Dazu untersucht sie, 1wie eine durchschnittlich aufmerksame und vernünftige Möbelmonteurin 2denselben Schrank auf demselben Parkettboden aufgebaut hätte.

Trifft „Objektiver Sorgfaltsmaßstab (Zivilrecht)“ hier zu?

„Objektiver Sorgfaltsmaßstab (Zivilrecht)“ trifft zu.Alle 3 Merkmale sind erfüllt.

An der Definition geprüft

  1. 1
    Objektiver Vergleich innerhalb des jeweiligen Verkehrskreises
    Vergleichsperson ist eine durchschnittlich sorgfältige Angehörige desselben Berufskreises.
    erfüllt
  2. 2
    Berücksichtigung der konkreten Situation
    Die Gutachterin berücksichtigt die konkrete Arbeit und den betroffenen Boden.
    erfüllt
  3. 3
    Beurteilung fahrlässigen Verschuldens
    Der Vergleich dient der Prüfung, ob Lea ein Sorgfaltsverstoß vorzuwerfen ist.
    erfüllt
BFall B

Die 30-jährige selbstständige Möbelmonteurin Lea beschädigt beim Aufbau eines Schranks den Parkettboden ihres Kunden. Lea arbeitet erst seit einer Woche in diesem Beruf. 3Zur Klärung, ob Lea den Schaden durch mangelnde Vorsicht verursacht hat, untersucht eine Gutachterin ausschließlich, welches Vorgehen Lea persönlich nach ihrer bisherigen Erfahrung 2beim Aufbau desselben Schranks auf demselben Parkettboden möglich war.

Trifft „Objektiver Sorgfaltsmaßstab (Zivilrecht)“ hier zu?

„Objektiver Sorgfaltsmaßstab (Zivilrecht)“ trifft nicht zu.Es fehlt: Objektiver Vergleich innerhalb des jeweiligen Verkehrskreises

An der Definition geprüft

  1. 1
    Objektiver Vergleich innerhalb des jeweiligen Verkehrskreises
    Die Gutachterin stellt nur auf Leas persönliches Können statt auf eine durchschnittlich sorgfältige Angehörige des Berufskreises ab.
    fehlt
  2. 2
    Berücksichtigung der konkreten Situation
    Die konkrete Arbeit und der betroffene Boden werden weiterhin berücksichtigt.
    erfüllt
  3. 3
    Beurteilung fahrlässigen Verschuldens
    Auch diese Untersuchung soll klären, ob Lea ein Sorgfaltsverstoß vorzuwerfen ist.
    erfüllt

Typische Fehler

Verwechslung

FehlerEin verbreitetes nachlässiges Verhalten innerhalb eines Berufskreises wird bereits als ausreichend angesehen.

RichtigEntscheidend ist die gebotene Sorgfalt, nicht allein das tatsächlich übliche Verhalten.

In diesen Prüfungsschemata geprüft

1 Schema

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