Definitionen
Kumulative Kausalität
— · StrafrechtKumulative Kausalität liegt vor, wenn mehrere Bedingungen, die jede für sich allein zur Herbeiführung des Erfolges nicht ausgereicht hätte, erst in ihrem Zusammenwirken den Erfolg verursachen; jede dieser Bedingungen ist conditio sine qua non des Erfolges, da bei Hinwegdenken einer von ihnen der Erfolg in seiner konkreten Gestalt entfiele.
Bei kumulativer Kausalität ist jede einzelne Bedingung für den konkreten Erfolg unverzichtbar.
Fälle zum Selbstprüfen
Entscheide zuerst selbst. Danach siehst du die Prüfung an der Definition.
1Anna und Ben geben unabhängig voneinander je eine Portion desselben Giftes in Claras Tee. 3Clara trinkt den Tee und stirbt an der Gesamtmenge des Giftes. 2Jede einzelne Portion hätte Clara überlebt.
Trifft „Kumulative Kausalität“ hier zu?
An der Definition geprüft
- 1erfülltMehrere BedingungenDie beiden Giftzugaben bilden zwei Bedingungen.
- 2erfülltJede Bedingung allein unzureichendKeine der beiden Portionen hätte allein Claras Tod verursacht.
- 3erfülltErfolgsverursachung im ZusammenwirkenDie beiden Portionen verursachen zusammen Claras Tod.
1Anna und Ben geben unabhängig voneinander je eine Portion desselben Giftes in Claras Tee. 3Clara trinkt den Tee und stirbt an der Gesamtmenge des Giftes. Jede einzelne Portion hätte Clara auch ohne die andere zur selben Zeit getötet.
Trifft „Kumulative Kausalität“ hier zu?
An der Definition geprüft
- 1erfülltMehrere BedingungenDie beiden Giftzugaben bilden zwei Bedingungen.
- 2fehltJede Bedingung allein unzureichendJede Portion hätte den konkreten Tod bereits allein herbeigeführt.
- 3erfülltErfolgsverursachung im ZusammenwirkenBeide Portionen wirken tatsächlich gemeinsam und verursachen Claras Tod.
Typische Fehler
FehlerDie Ursächlichkeit der einzelnen Handlung wird verneint, weil sie allein den Erfolg nicht herbeigeführt hätte.
RichtigDie einzelne Bedingung ist ursächlich, weil ohne sie der Erfolg in seiner konkreten Gestalt entfiele.
In diesen Prüfungsschemata geprüft
1 Schema