Definitionen
Konkludente Täuschung
§ 263 StGB · StrafrechtEine konkludente Täuschung liegt vor, wenn der Täter ohne ausdrückliche Erklärung der betreffenden Tatsache durch schlüssiges Verhalten nach dem maßgeblichen Empfängerhorizont eine bestimmte Tatsachenbehauptung vermittelt, die der Wirklichkeit nicht entspricht.
Entscheidend ist, welche unwahre Tatsachenbehauptung das Verhalten aus Sicht des Empfängers vermittelt.
Fälle zum Selbstprüfen
Entscheide zuerst selbst. Danach siehst du die Prüfung an der Definition.
2Im Restaurant bestellt Paul bei der Bedienung mit einem Fingerzeig auf die Speisekarte ein Essen, das er erst danach bezahlen soll. 3Er will von Anfang an nicht bezahlen, obwohl er genug Geld dabei hat. 1Über seine Zahlungsbereitschaft sagt er nichts.
Trifft „Konkludente Täuschung“ hier zu?
An der Definition geprüft
- 1erfülltKeine ausdrückliche Erklärung der betreffenden TatsachePaul erklärt seine Zahlungsbereitschaft nicht ausdrücklich.
- 2erfülltSchlüssige Tatsachenbehauptung nach dem EmpfängerhorizontMit der Bestellung erklärt Paul aus Sicht der Bedienung zugleich seine gegenwärtige Bereitschaft, das Essen zu bezahlen.
- 3erfülltUnwahrheit der TatsachenbehauptungDie durch die Bestellung vermittelte Zahlungsbereitschaft besteht tatsächlich nicht.
2Im Restaurant bestellt Paul bei der Bedienung mit einem Fingerzeig auf die Speisekarte ein Essen, das er erst danach bezahlen soll. Er hat genug Geld dabei und will nach dem Essen den vollständigen Preis bezahlen. 1Über seine Zahlungsbereitschaft sagt er nichts.
Trifft „Konkludente Täuschung“ hier zu?
An der Definition geprüft
- 1erfülltKeine ausdrückliche Erklärung der betreffenden TatsachePaul erklärt seine Zahlungsbereitschaft nicht ausdrücklich.
- 2erfülltSchlüssige Tatsachenbehauptung nach dem EmpfängerhorizontMit der Bestellung erklärt Paul aus Sicht der Bedienung zugleich seine gegenwärtige Bereitschaft, das Essen zu bezahlen.
- 3fehltUnwahrheit der TatsachenbehauptungDie vermittelte Zahlungsbereitschaft entspricht Pauls tatsächlichem Willen.
Typische Fehler
FehlerWeil eine ausdrückliche Erklärung fehlt, wird ohne weitere Prüfung eine Täuschung durch Unterlassen angenommen.
RichtigZunächst ist zu prüfen, ob das Verhalten selbst eine unwahre Tatsachenbehauptung vermittelt; dann liegt eine aktive konkludente Täuschung vor.
In diesen Prüfungsschemata geprüft
1 Schema