Definitionen
Asthenischer Affekt
§§ 20, 21, 33 StGB · StrafrechtEin asthenischer Affekt ist ein durch Schwäche geprägter Gefühlszustand, insbesondere Verwirrung, Furcht oder Schrecken. Er kann bei einer dadurch verursachten Überschreitung der Notwehrgrenzen nach § 33 StGB zur Entschuldigung führen. Im Rahmen der §§ 20, 21 StGB kann er bei entsprechender Intensität als tiefgreifende Bewusstseinsstörung relevant werden, wenn er die Einsichts- oder Steuerungsfähigkeit aufhebt oder erheblich vermindert.
Entscheidend ist die Prägung durch Schwäche, nicht die Heftigkeit des Gefühls.
Fälle zum Selbstprüfen
Entscheide zuerst selbst. Danach siehst du die Prüfung an der Definition.
Als ein Mann mit erhobener Faust auf Lea zuläuft, 1bekommt sie große Angst. 2Sie zittert und erstarrt vor Schreck.
Trifft „Asthenischer Affekt“ hier zu?
An der Definition geprüft
- 1erfülltGefühlszustandLea erlebt mit der Angst einen Gefühlszustand.
- 2erfülltPrägung durch SchwächeIhre Schreckreaktion ist durch Schwäche und Erstarrung geprägt.
Als ein Mann mit erhobener Faust auf Lea zuläuft, 1gerät sie ausschließlich in Wut. Sie fühlt sich stark und will auf ihn losgehen. Angst, Schrecken oder Verwirrung empfindet sie nicht.
Trifft „Asthenischer Affekt“ hier zu?
An der Definition geprüft
- 1erfülltGefühlszustandAuch Wut ist ein Gefühlszustand.
- 2fehltPrägung durch SchwächeDie ausschließlich von Stärke und Angriffslust geprägte Wut ist ein sthenischer Affekt.
Typische Fehler
FehlerAus dem Vorliegen eines asthenischen Affekts unmittelbar auf Schuldunfähigkeit oder verminderte Schuldfähigkeit schließen.
RichtigDie Einordnung als asthenisch ersetzt nicht die Prüfung der Schwere und der Auswirkungen auf Einsicht oder Steuerung nach §§ 20, 21 StGB.
In diesen Prüfungsschemata geprüft
1 Schema