Definitionen
Gesundheitsverletzung
§ 823 Abs. 1 BGB · ZivilrechtEine Gesundheitsverletzung liegt vor, wenn ein vom Normalzustand nachteilig abweichender, pathologischer Zustand des Körpers oder der Psyche hervorgerufen oder gesteigert wird, ohne dass eine Körperverletzung im Sinne einer Substanzbeeinträchtigung vorliegen muss.
Auch rein psychische Folgen können genügen, bloßer Ärger ohne Krankheitswert dagegen nicht.
Fälle zum Selbstprüfen
Entscheide zuerst selbst. Danach siehst du die Prüfung an der Definition.
Ben schickt Lea über mehrere Wochen täglich Nachrichten, in denen er ankündigt, sie zu töten. Lea entwickelt dadurch eine ärztlich festgestellte Depression mit anhaltenden Schlafstörungen und Antriebslosigkeit. Ben berührt Lea dabei nicht.
Trifft „Gesundheitsverletzung“ hier zu?
An der Definition geprüft
- 1erfülltVerursachung oder Verstärkung eines körperlichen oder psychischen ZustandsDie Drohnachrichten verursachen eine Veränderung von Leas psychischer Verfassung.
- 2erfülltNachteilige Abweichung vom Normalzustand mit KrankheitswertDie Depression ist eine psychische Erkrankung und nicht lediglich eine unangenehme Gefühlsregung.
Ben schreibt Lea einmal eine unfreundliche Nachricht. 1Lea ist deshalb für eine Stunde verärgert und traurig und geht danach wie gewohnt ihrem Alltag nach. Weitere Beschwerden treten nicht auf.
Trifft „Gesundheitsverletzung“ hier zu?
An der Definition geprüft
- 1erfülltVerursachung oder Verstärkung eines körperlichen oder psychischen ZustandsDie Nachricht verursacht bei Lea Ärger und Traurigkeit.
- 2fehltNachteilige Abweichung vom Normalzustand mit KrankheitswertDer kurzzeitige Ärger und die Traurigkeit ohne weitere Beschwerden haben hier keinen Krankheitswert.
Typische Fehler
FehlerEine Gesundheitsverletzung wird nur angenommen, wenn zugleich die Körpersubstanz beeinträchtigt ist.
RichtigEine Erkrankung kann auch ohne Beeinträchtigung der Körpersubstanz eine Gesundheitsverletzung sein.
In diesen Prüfungsschemata geprüft
1 Schema