Anmelden

Definitionen

A
326 Definitionen
B
252 Definitionen
C
12 Definitionen
D
102 Definitionen

Doppelkausalität

Strafrecht

Doppelkausalität liegt vor, wenn zwei voneinander unabhängige Bedingungen zusammentreffen, von denen jede für sich allein ausgereicht hätte, den Erfolg in der konkreten Form herbeizuführen. Da jede Bedingung hinweggedacht werden kann, ohne dass der Erfolg entfiele, versagt die gewöhnliche Conditio-sine-qua-non-Formel. Von mehreren Bedingungen, die zwar alternativ, aber nicht kumulativ hinweggedacht werden können, ohne dass der Erfolg in seiner konkreten Gestalt entfiele, ist jede für den Erfolg ursächlich.

Merksatz

Beide Bedingungen bleiben kausal, obwohl jede wegen der anderen für den Erfolg entbehrlich ist.

Doppelkausalität oder kumulative Kausalität?Links genügt jede Bedingung allein für denselben Erfolg, rechts erst ihr Zusammenwirken.
Doppelkausalität
Kumulative Kausalität
Einzelne Bedingung
Für den konkreten Erfolg allein ausreichend.
Für sich allein nicht ausreichend.
Hinwegdenken
Einzeln möglich, beide zusammen nicht, ohne dass der konkrete Erfolg entfiele.
Schon einzeln nicht möglich, ohne dass der konkrete Erfolg entfiele.

Fälle zum Selbstprüfen

Entscheide zuerst selbst. Danach siehst du die Prüfung an der Definition.

AFall A

1Anna und Ben geben unabhängig voneinander zur selben Zeit jeweils eine tödliche Menge desselben Gifts in Carls Getränk. Carl trinkt die Mischung und stirbt eine Stunde später. 2Jede der beiden Mengen hätte für sich allein seinen Tod zur selben Zeit und auf dieselbe Weise bewirkt.

Trifft „Doppelkausalität“ hier zu?

„Doppelkausalität“ trifft zu.Alle 2 Merkmale sind erfüllt.

An der Definition geprüft

  1. 1
    Zusammentreffen zweier unabhängiger Bedingungen
    Die unabhängig voneinander verabreichten Giftmengen treffen in demselben Getränk zusammen.
    erfüllt
  2. 2
    Jede Bedingung allein für den konkreten Erfolg ausreichend
    Jede Giftmenge hätte auch ohne die andere denselben konkreten Tod verursacht.
    erfüllt
BFall B

1Anna und Ben geben unabhängig voneinander zur selben Zeit jeweils eine geringe Menge desselben Gifts in Carls Getränk. Carl trinkt die Mischung und stirbt eine Stunde später. Die beiden Mengen wirken nur zusammen tödlich. Nach nur einer der beiden Mengen wäre Carl am Leben geblieben.

Trifft „Doppelkausalität“ hier zu?

„Doppelkausalität“ trifft nicht zu.Es fehlt: Jede Bedingung allein für den konkreten Erfolg ausreichend

An der Definition geprüft

  1. 1
    Zusammentreffen zweier unabhängiger Bedingungen
    Die unabhängig voneinander verabreichten Giftmengen treffen in demselben Getränk zusammen.
    erfüllt
  2. 2
    Jede Bedingung allein für den konkreten Erfolg ausreichend
    Keine Giftmenge reicht allein aus; erst beide zusammen verursachen den Tod.
    fehlt

Typische Fehler

Rechtsfolge falsch

FehlerDie unveränderte Hinwegdenkformel wird angewendet und deshalb die Kausalität beider Handlungen verneint.

RichtigDie Formel wird modifiziert; beide Bedingungen sind für den Erfolg ursächlich.

In diesen Prüfungsschemata geprüft

1 Schema

Vom JurAkadabra-Team betreut · Stand 19.10.2026 · So entstehen unsere InhalteFehler melden
E
295 Definitionen
F
135 Definitionen
G
218 Definitionen
H
98 Definitionen
I
79 Definitionen
J
10 Definitionen
K
135 Definitionen
L
54 Definitionen
M
99 Definitionen
N
108 Definitionen
O
88 Definitionen
P
119 Definitionen
Q
14 Definitionen
R
164 Definitionen
S
308 Definitionen
T
87 Definitionen
U
160 Definitionen
V
321 Definitionen
W
125 Definitionen
Z
88 Definitionen
#
6 Definitionen
JurAkadabraDein Bereich wird geladen.